Archiv verworfener Möglichkeiten ARCHIV VERWORFENER MÖGLICHKEITEN
ARCHIV VERWORFENER MÖGLICHKEITEN

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176 Seiten, englische Broschur
52 Bildseiten
erschienen im September 2010
ISBN 978-3-936298-14-7
€ 24,00

 

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ARCHIV VERWORFENER MÖGLICHKEITEN

Herausgegeben von Ulrich Rüdenauer

 

Die Bildmontagen von Naomi Schenck zeigen Szenerien für ungedrehte Filme: Meist menschenleere Räume, aufgelassene Gebäude, mit Zufallsrequisiten befrachtete Orte, die einst von Leben gefüllt waren und irgendwann verlassen wurden. Die aber „von Stoffen voll“ sind, die ganz besondere Geschichten beherbergen oder verbergen. 35 deutschsprachige Autoren, Essayisten und Publizisten haben sich von den Bildern und Montagen anregen lassen, diese Geschichten zu finden und zu bergen, die Räume mit neuem Leben zu füllen, sie in einen eigenen Sprach-Film einzumontieren. Es gab keine Vorgabe: Ob Erzählung, Gedicht, Essay oder Dialogszene – alles ist möglich in diesem Archiv verworfener Möglichkeiten.
Mit Texten von Marcel Beyer, Barbara Bongartz, Helmut Böttiger, Dorothea Dieckmann, Heinz Emigholz, Saskia Fischer, Arno Geiger, Wilhelm Genazino, Dagrun Hintze, Thomas Kapielski, Sandra Kellein, Georg Klein, Gert Loschütz, Michaela Mélian, Andreas Neumeister, Rolf Nohr, Annette Pehnt, Kathrin Röggla, Felix Römer, Ulrich Rüdenauer, Ulrike Almut Sandig, Sabine Scho, Lutz Seiler, Bernd Stiegler, Hans Thill, Stephan Thome, Ina Weisse, Wim Wenders, Roger Willemsen, Hubert Winkels, Frank Witzel, Jens Wonneberger, Norbert Zähringer, Feridun Zaimoglu, Ulf Erdmann Ziegler und Hanns Zischler.

Naomi Schenck wirkte als Szenenbildnerin an etwa 30 Filmen mit. In ihrem „Archiv verworfener Möglichkeiten“ sammelt sie die abgelehnten Motivvorschläge der Filme. Ulrich Rüdenauer arbeitet als Autor für Zeitungen und Rundfunk.

 

 

 

 

REZENSIONEN

 

Das erstaunliche Buch konfrontiere deutsche Schriftsteller mit zeitgenössischer Fotografie – sehr zum verstörenden Vergnügen des Lesers. Durch die Kombination von Text und Bildern erhielten Leser und Betrachter schnell eine solche Fülle von Denk- und Phantasieanstößen, dass schon die beschreibende Klassifizierung des Werks als große Einengung erscheine. Bilder menschenleerer Räume würden von zahlreichen Autoren mit unterschiedlichsten Gedanken und Szenarien gefüllt. Es gebe keine vorgeschriebene Lesart für dieses Buch, nur viele Möglichkeiten. Man könne sich von der Sprachkraft einzelner Texte so vereinnahmen lassen, dass man keinerlei Bilder mehr benötige. Und man könne, sollte man von der Ästhetik des Verlassenseins etwas bedrückt sein, sich entlang des irrwitzig-fröhlichen Narrativs der Bildkommentare durch den Band hangeln: Schon werde aus dem Buch eine Maschine zum Lachen.

 

+ Frankfurter Rundschau | 12.01.2011

 

+ Tagesspiegel 9.01.2011

 

+ Buch-Rezension / WDR 3 vom 3.1.2011

 

+ Stuttgarter Zeitung | 24.12.2004

 

+ Frankfurter Allgemeine Zeitung 14.12.2010

 

+ MONOPOL November 2010 | [PDF_download]

 

+ Saarbrücker Zeitung | 25. Februar 2011 |

 

+ WYSTAWY (Polen) | Februar 2011 [pdf]

 

+ SWR Bestenliste | Februar 2011 [pdf]

 

 

Das ‚Archiv Verworfener Möglichkeiten’ ist eine Serie von Bildkombinationen, zusammengestellt aus jeweils 2, 3 oder 4 Fotos unterschiedlichster Innenräume. Bei den Räumen handelt es sich um Vorschläge für Drehorte, die jedoch nicht für den jeweiligen Film benutzt wurden.
Die gezeigten Räume wurden nicht verändert, sondern so aufgenommen, wie ich sie vorgefunden habe, bei gegebenem Licht – es sind Arbeitsfotos, entstanden zur Dokumentation. Im Lauf der Jahre ist mein Archiv filmisch ungenutzter Räume stetig angewachsen. Während einer filmfreien Zeit entstand die Idee, die Fotos als Material für eigenständige Arbeiten zu benutzen.

Im September 2009 habe ich einen Teil des Archivs in einer Ausstellung im Foyer der Birthler-Behörde in Berlin gezeigt. Dazu erschien ein Booklet mit literarischen und wissenschaftlichen Texten von Ulrich Rüdenauer, Rolf Nohr und anderen. Im September 2010 erschien im Belleville-Verlag/München ein Buch mit Texten von 35 deutschsprachigen Autoren, die sich von dem „Archiv Verworfener Möglichkeiten“ inspirieren ließen. Zeitgleich fand eine Ausstellung mit Arbeiten aus dem „Raumarchiv“-Zyklus in der Galerie Petra Rietz in Berlin statt. Verschiedene Medien berichteten über das Buch. Im September 2011 präsentierte die Galerie Renate Kammer in Hamburg die Ausstellung. Buch und Ausstellungen wurden in zahlreichen Publikationen rezensiert. Das Buch ‚Archiv Verworfener Möglichkeiten’ erreichte Platz 3 der SWR Bestenliste/Februar 2011.

 

Petra Rietz Galerie Berlin, 2010

Foto: Petra Rietz Galerie Berlin, 2010

 

Foyer des BSTU, 2009

 

Einladung zur ersten Ausstellung des ARCHIV VERWORFENER MÖGLICHKEITEN in der ehemaligen Behörde des Bundesbeauftragten (BStU)

Hanns Zischler liest den Beitrag von Heinz Emigholz in der Petra Rietz Salon Galerie, Berlin am 10.12.2010